Kritische Gedanken über die Festtage

Liebe Kunden, Verwandte und Bekannte….

Wie habt ihr die Weihnachtstage verbracht, feiert ihr die Geburt von Jesus oder liegt ihr unter Bergen von Geschenken, die ihr eigentlich gar nicht wollt, benötigt und am liebsten wieder zurückgeben möchtet – an den Absender? Wieviele Menschen gibt es, die einsam in ihren Wohnungen sitzen bis zum 1.1.2019, um die sich niemand kümmert, von denen wir gar nicht wissen das sie existieren, die in unserer direkter Nachbarschaft leben, in ach so fein geschmückten Wohnungen oder unter der Brücke in Zürich… Wir sind doch nur mit unserem eigenen Leben beschäftigt, besonders vor Weihnachten. Auf den letzten Drücker müssen Alibigeschenke besorgt werden, wir rennen im überfüllten Zürich durch die Strassen oder bestellen lustlos im Web irgendetwas, dass man den Mann, die Frau oder die Kinder am Weihnachtabend ja nicht enttäuscht. Viele sind auf der Jagd nach dem richtigen Geschenk, das möglichst teuer sein muss, sonst ist es ja nicht genug Wert in den Augen des Empfängers. Wie wäre es mit einem sehr persönlichen, selbst gemachten Geschenk, das soviel mehr Wert hat als eine teure Tasche von der Bahnhofstrasse?

Wie sieht es mit Menschen aus, die am Rande der Gesellschaft, 2 km entfernt von der Bahnhofstrasse unter einer Brücke schlafen, weil sie alles verloren haben, ihr ganzer Besitz in eine Migrostüte passt, die keinen Menschen haben, der sich um ihre Existenz überhaupt sorgt. Wer meint, dass es in der Schweiz keine Armut gibt, täuscht sich gewaltig. Die Gassenleute sind arm- die Gesellschaft verurteilt sie aufs Übelste. Wir wollen nicht hören, weshalb sie dort gelandet sind, wir verurteilen sie ohne ihre Lebensgeschichte zu hören…Der Tenor in unseren Köpfen: alle Gassenleute sind selbst Schuld, sind Junkies, Alkoholiker und dumm weil sie Drogen genommen haben. Da täuschen wir uns gewaltig! Ich habe mich intensiv mit den Menschen am Rande unserer Gesellschaft auseinander gesetzt. Es sind Menschen, die oft aus einer zerrütteten Familie stammen, keine Chance hatten, eine Lehre zu absolvieren, weil sie von ihren bildungsfernen Eltern nicht gefördert wurden….und der Tag x kam, als sie sich anfingen zuzudröhnen an der Langstrasse, weil sie für ihre Lebenssituation keinen Ausweg mehr wussten. Wer das nicht nachvollziehen kann und nicht glaubt, darf sich gerne einmal ein Bild machen vom Langstrassenquartier in Zürich und sehen, dass es Armut gibt in der Schweiz! Andererseits gibt es auch viele finanziell reiche Leute, die innerlich verarmen, weil sie nur Leute um sich scharen, wenn sie ihren Reichtum an irgendwelchen Partys zelebrieren, aber über die Festtage depressiv in ihrer Villa hocken, in Gesellschaft einer Flasche Whisky. Wem geht es wohl in diesem Moment besser, dem der auf der Gasse in Zürich lebt, oder dem der vereinsamt in der Millionnenvilla an der Goldküste sitzt?

In diese Sinne, besinnliche Festtage und oh du fröhliche

Maribella

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